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Presseartikel zum 100jährigen Jubiläum im Jahr 2000

Höchster Kreisblatt

Die Firma gehört zu den Ältesten Handwerksbetrieben in Sulzbach, wahrscheinlich ist es sogar der Älteste. Bereits vor genau 100 Jahren gründete der damals 33-jährige Konrad Georg Moser seinen Maler-Fachbetrieb, seinerzeit schon in der Hauptstraße, wo heute noch dessen Nachkomme Renke Moser die Geschäfte führt. Eigentlich sollte es eine Riesenfeier zum Firmenjubiläum geben, doch die wurde inzwischen gestrichen. " Das Geld für eine Feier kann man auch sinnvoller für den Nachwuchs anlegen ", sagt Renke Moser. Deshalb haben die Mosers entschlossen, einen vierstelligen Geldbetrag für einen guten Zweck zu spenden. Zu gleichen Teilen sollen die Cretzschmar- und die Eichwaldschule unterstützt werden. Renke Moser schwebt dabei eine bessere Computerausstattung für die Schüler vor. 

Über die Anfangszeit des Malerbetriebs ist relativ wenig bekannt ; auch vom Firmengründer, gelernter Weißbinder und gebürtiger Sulzbach, nicht. Konrad Georg Moser starb auch schon im Dezember 1918, gerade mal 51 Jahre alt. Die Geschäfte wurden von seinen Söhnen Herrmann und Georg weitergeführt, deren geschäftliche Wege sich aber schon danach trennten. Herrmann ist vielen Sulzbachern noch in guter Erinnerung, er starb1966. Sohn Adolf übernahm den Betrieb, den er aber seit Jahresbeginn 1999 in die Hände seines jüngsten Sohnes Renke (31) gegeben hat. Ganz zurückgezogen hat sich der Vater allerdings nicht: Er hilft noch genauso aus wie Renkes Bruder Thorsten, ein gelernter Restaurator.

Überhaupt spielte und spielt die Familie eine große Rolle im Betriebsablauf. Wie schon Renkes inzwischen verstorbene Mutter Inge packt auch seine Ehefrau Claudia als "gute Seele" im Büro mit an und unterstützt ihren Mann, indem sie ihm oft den Rücken frei hält. Zur Firmenphilosopie gehört es aber auch den direkten Kontakt zubehalten, weshalb an eine Expansion der Firma, die vor allem im Osten des Kreises tätig ist, nie gedacht war. Zu Hoch-Zeiten hatte der Betrieb mal zwölf Mitarbeiter inzwischen sind es inklusive Seniorchef und Ehefrau deren zehn. Darunter auch zwei Auszubildende. " Wir waren auch zum Glück noch nie in der Situation, dass wir wegen Arbeitsmangels Leute entlassen mussten", sagt Renke Moser. Das wäre für Moser auch unvorstellbar gewesen: Die Mitarbeiter gehören inzwischen fast zur Familie. So ist Franz Langesberg schon seit 43 Jahren auf der Gehaltsliste der Mosers.

Wie in den meisten anderen Jobs auch, hat sich das Berufsbild des Malers, in den vergangenen 100 Jahren deutlich gewandelt. "Den klassischen Weißbinder gibt es nicht mehr", sagt der 31-Jährige. "Unser Aufgabengebiet ist viel größer geworden". Wo es früher zwei Bücher mit Tapetenmustern gegeben habe, sind es heute deren 20. Die Ansprüche der Kunden seien gestiegen; zur Tätigkeit gehören inzwischen Kenntnisse in der Bauberatung, Bauphysik und der Sanierung. Moser erwartet jedoch noch weitere Veränderungen: Farbberatung am Computer gehört schon heute fast zum Alltag: im Internet ist die Firma auch schon präsent. Davon hatte Firmengründer Konrad Georg Moser sicher nicht mal geträumt.

Von Mathias Geiß ( Redakteur Höchster Kreisblatt Nov.2000 )


Frankfurter Rundschau

„Junge, die Ecke hier hat dein Opa noch gemacht“
 

Seit 100 Jahren prägt der Malerbetrieb Moser die Geschichte Sulzbachs/Handwerker fuhren einst mit dem Farbeimer am Fahrradlenker zur Baustelle

Der traditionsbewussten Malerfirma wird heute von Renke Moser in der vierten Generation geführt. Statt ein Jubiläumsfest zu feiern, investierte der Unternehmer 5000 Mark in die Computerausstattung der Sulzbacher Cretzschmar- und Eichwaldschule.

 Renke Moser hatte die Hausbesitzerin noch davor gewarnt, dass dem späteren Mieter, den er persönlich kannte, sicher nicht gefallen wird: das eine Zimmer ganz in rot und das andere ganz in grün zu streichen. Doch der Kunde ist König und die Kundin Königin, deshalb beugte sich der Malermeister ihrem Willen. „Das war fast Volltonfarbe“, erinnert sich Moser. Es kam wie er prophezeit hatte: Der Mieter ließ die Wände weiß übertünchen.

Das ist eine von vielen Anekdoten aus den 100 Jahren der Firma Moser, die wie andere Sulzbacher Familienbetriebe die Ortsgeschichte geprägt haben. Heute steht Sulzbach eher für das Main-Taunus-Zentrum. Direkt an der Autobahn gelegen, gehört es zu den umsatzstärksten Einkaufszentren im Rhein-Main-Gebiet. Kleine Firmen wie die von Renke Moser führen da eher ein Schattendasein. Früher kannten die ortsansässigen Handwerker fast jedes Haus und seine Bewohner. Der Großvater hat in den sechziger Jahren die evangelische Kirche renoviert, das wissen viele Sulzbacher heute noch.

Wenn ein solch kleiner Betrieb 100 Jahre alt wird, dann ist das etwas besonderes. „Erst recht, wenn es immer vom Vater auf den Sohn übertragen wurde“, sagt Renke Moser. Drei Mal ist das inzwischen schon geschehen. Im Jahr 1900 gründete der Sulzbacher Weißbinder Konrad Georg Moser den Betrieb in der Hauptstraße 70, wo noch heute die Geschäfte geführt werden. Das Handwerk hatte in der Familie Tradition: „Der Patenonkel väterlicherseits, Conrad Moser, war Malermeister in Heidelberg“, berichtet Renke Moser.

1918 übernahmen Konrad Georg Mosers Söhne Hermann und Georg gemeinsam das Geschäft, später gingen sie jedoch getrennte Wege. Nach dem Tod des Großvaters Hermann 1966 ging die Firmenleitung an Renke Mosers Vater Adolf. „Für meinen Vater war der plötzliche Tod des Vaters damals ein Schock . Von heute auf morgen musste er den Laden schmeißen“, berichtet Renke Moser. „Mein Vater wollte das auf jeden Fall vermeiden. Deshalb hat er mir 1999 auch das Geschäft übertragen.“ Der Vater helfe zwar ab und zu mit, halte sich aber weitgehend zurück. Druck den Betrieb zu übernehmen, hätten die Eltern nie auf ihre drei Söhne ausgeübt. Zwei von ihnen haben schließlich den Malerberuf gelernt. Thorsten Moser hat sich anschließend sogar zum Restaurator weitergebildet.

Renke Moser hat 1992 seine Meisterprüfung bestanden. Seitdem bildet er auch Lehrlinge aus. Es sei allerdings schwierig geworden, den richtigen Nachwuchs zu finden. „ Die jungen Leute wissen heute nicht so recht, wohin sie beruflich gehen wollen“, sagt Moser. „Maler und Lackierer ist ein belastender Beruf. Wir sind manchmal schon morgens bei Wind und Wetter draußen“. Das sei nicht jedermanns Sache, zumal der Trend zum Bürojob noch immer bei den jungen Leuten ungebrochen sei. Dabei hat auch ein Malermeister seine Bürozeiten: Renke Moser arbeitet viele Abend- und Wochenendstunden am Computer.

Die Zeiten haben sich geändert: Früher sind die Maler noch durch den Taunus zur Baustelle geradelt. Das war in den fünfziger und sechziger Jahren noch üblich. Auch Adolf Moser ist noch mit dem Eimer Farbe am Fahrradlenker unterwegs gewesen. Heute fahren die zehn Mitarbeiter mit dem Firmenwagen zu ihren Kunden. Zur Not könnten aber auch sie noch die Strecke per Pedes bewältigen. Denn das Unternehmen ist vor allem bei Privatkunden in und um Sulzbach tätig. „Wir sind froh, dass wir nicht so weit fahren müssen“, sagt Moser. Auch der persönliche Kontakt zum Kunden sei ihm wichtig. „Glaubwürdigkeit spielt eine große Rolle“, meint Moser und fügt hinzu:“ Ich versuche jeden Tag, die gängigen Vorurteile gegenüber Handwerkern zu widerlegen. Wenn ich mal einen Termin nicht einhalten kann, rufe ich vorher an.“ Schließlich gelte es, auch den guten Ruf der Familie zu wahren. „Manchmal komme ich in ein Haus, und dann sagt die alte Frau zu mir: „Junge, die Ecke hier hat dein Opa noch gemacht.“

Von Andrea Löwer